Volksheim

volksheim wien
Volksheim Ottakring, 16., Ludo-Hartmann-Platz (vormals Koflerpark) 7, Ansichtskarte, nach 1904
Sperlings Postkartenverlag
Wien Museum, Inv.-Nr. 58891/127

Das Volksheim Ottakring mit seinen Zweigstellen bot ein großes Angebot wissenschaftlich ausgerichteter Bildungsarbeit. Diese Volkshochschulen waren ein wichtiges Element im Selbstverständnis des Austromarxismus als Bildungsbewegung. Die Identifikation mit dem Ziel der Popularisierung und Humanisierung von Wissen führte zu einem starken Engagement des Wiener Kreises in der Volksbildung. In zahlreichen Vorträgen und Kursen wurden Naturwissenschaften und wissenschaftliche Philosophie vermittelt.

Ein zweiter Aspekt war die ökonomische Notwendigkeit, Betätigungsfelder abseits der Universität zu finden. Die Aktivitäten von Mitgliedern des Wiener Kreises umfassten neben dem Volksheim auch die Urania mit ihren Zweigstellen und sie reichten bis in die Monarchie zurück. Beispielgebend waren dafür die Vorträge von Ernst Mach und volkstümliche Universitätsvorträge um die Jahrhundertwende.

Gemeinsames Werbeplakat der Volkshochschule Volksheim Ottakring und des Wiener Volksbildungsvereins mit Hinweis auf wissenschaftliche Kurse, 1926

WBR, P-215164

Illustration des Volkshochschulnetzwerks als Festung der Bildung

Aus: Arbeiter-Zeitung, 27.9.1925
WBR, F-24603

Lehr- und Vortragstätigkeit des Wiener Kreises an Wiener Volkshochschulen

Friedrich Stadler, Der Wiener Kreis. Ursprung, Entwicklung und Wirkung des Logischen Empirismus im Kontext, Cham, Springer 2015
Grafik: Gerhard Bauer

Physiksaal im Volksheim Ottakring, um 1925

Foto: unbekannt
Österreichisches Volkshochschularchiv, B-Foto 3/251–500/342

Arbeit im Labor bei einem chemischen Lehrgang im Volksheim Ottakring, um 1930

Foto: Willinger-Lechner
Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung, Inv.-Nr. E12/1144

Denkschrift betreffend die Abwehr illegaler politischer Parteiarbeit im Volksheim Ottakring, Mai 1936

Österreichisches Staatsarchiv, Konvolut BKA-I Parteiarchive VF 43 „Volkshochschule Ottakring“

Die Leitung der Volkshochschule Ottakring protestiert gegen die drohende Entlassung Edgar Zilsels, Juni 1936
Der Protest des Leiters der Volkshochschule blieb erfolglos. Leo Gabriel und Erich Voegelin, die angebliche illegale Parteiarbeit im Volksheim denunziert hatten, übernahmen zunehmend philosophische Kurse.

Österreichisches Volkshochschularchiv, B-VHO 7/111 (Umbildung 1934–1936)
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