Rathauspark
Aus: Wiener Bilder, Nr. 25, 20.6.1926
WBR, F-3189
Als Mitte der 1920er-Jahre der Chemiker Wolfgang Pauli senior ein Komitee zur Errichtung eines Denkmals für Ernst Mach gründete, war Moritz Schlick einer der wesentlichen Proponenten. Auf seine Bitte trat auch Albert Einstein dem Komitee bei. Bemerkenswert ist der Standort: Nicht im Arkadenhof der Universität – an der Mach Professor gewesen war –, sondern im Rathauspark steht das Denkmal. Die ein halbes Jahr später ebenfalls im Rathauspark enthüllte Büste des Sozialreformers und Schriftstellers Josef Popper-Lynkeus bildet eine logische Ergänzung: Dieser war mit Mach befreundet und beide spielten eine wichtige Rolle für die Sozialdemokratie und den Wiener Kreis – in philosophischer wie sozialreformerischer Hinsicht.
Denkmal für Ernst Mach von Heinz Peteri (1926), Foto 1928
Der Physiker und Philosoph war ein wichtiger Vorläufer des Wiener Kreises. Das zeigt sich nicht nur an Schlicks Rede bei der Denkmalenthüllung, sondern auch in der Namensgebung des Vereins, dem Schlick vorstand.
Wiener Stadt- und Landesarchiv, 3.3.2.FC1.1856M
Denkmal für Josef Popper-Lynkeus von Hugo Gerlach (1926), Foto 1928
Popper-Lynkeus war Ingenieur, Schriftsteller und Sozialreformer. Mit seinem Konzept der „Allgemeinen Nährpflicht“ legte er ein Modell für eine bedingungslose, allgemeine Grundversorgung vor. Damit inspirierte er auch die Sozialisierungskonzepte von Neurath.
Wiener Stadt- und Landesarchiv, 3.3.2.FC1.1857M
„Dem Gedächtnis Ernst Machs“
Die Neue Freie Presse veröffentlichte zur Denkmalenthüllung Texte von Moritz Schlick sowie der Physiker Albert Einstein, Felix Ehrenhaft und Hans Thirring.
WBR, F-19124
Otto Neurath mit seinem Vater Wilhelm Neurath und Josef Popper-Lynkeus (v.l.), um 1900
Der Wirtschaftswissenschafter und Professor an der Hochschule für Bodenkultur Wilhelm Neurath war mit Josef Popper-Lynkeus befreundet. Deren Ideen bildeten einen wichtigen Einfluss für Otto Neurath.
ÖNB/Wien, Cod. Ser. n. 32005, Beilage 6, Nr. 32
Josef-Popper-Lynkeus, Phantasien eines Realisten, Dresden, Verlag von Carl Reißner, 1918
Ausschalten von Scheinproblemen – Verzicht auf Unsinn ist keine Resignation.
Ernst Mach
Es entstehen die Werke, die Josef Popper aus der Reihe bahnbrechender Erfinder in die Reihe sozialer Bahnbrecher heben. Er schreibt ‚Die allgemeine Nährpflicht‘, die, zuerst freilich als staatsgefährlich verboten, dann – seltsamer Widerspruch – als Utopie verspottet wird, die aber sicherlich mit zu den Grundlagen gehört, auf denen man in nicht allzu ferner Zukunft den neuen Staat errichtet.
Felix Salten, Erinnerungen an Popper-Lynkeus




