Palais Epstein

palais epstein
Palais Epstein
Foto: Michael Frankenstein & Comp.
Wien Museum, Inv.-Nr. 78079/168

Zwischen der sozialdemokratischen Schulreformbewegung Otto Glöckels und dem Wiener Kreis gab es zahlreiche inhaltliche und personelle Verbindungen. Demokratisierung des Schulwesens, Gesamtschule und Unterricht auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse waren die gemeinsamen Ziele.

Sie sollten durch eine Verbindung von Universität, Lehrer:innenausbildung und Schulpraxis erreicht werden. Hans Hahn arbeitete als Mitglied des Stadtschulrats aktiv an der Reform mit, Edgar Zilsel und weitere Mitglieder des Wiener Kreises waren als Lehrer tätig wie auch Karl Popper. Ein zentraler Ort der Bildungsreform war das Palais Epstein  am Ring: Hier hatte der Stadtschulrat seinen Sitz, bis 1926 auch das Pädagogische Institut der Stadt Wien – und bis 1934 das Psychologische Institut der Universität Wien mit den Professuren von Karl und Charlotte Bühler.

Charlotte Bühler (1893–1974), um 1930

Foto: Ernst & Cesanek
ÖNB/Wien, Pf 3.289 : C (1)

Karl Bühler (1879–1963), um 1930
Karl Bühler hatte von 1922 bis 1938 einen Lehrstuhl für Psychologie inne, Charlotte Bühler war von 1927 bis 1938 a.o. Professorin für Psychologie: Ihre Arbeiten waren ein herausragendes Beispiel der Verknüpfung von universitärer Wissenschaft und Schule. Das Psychologische Institut der Universität war unmittelbar in die Schulreformbewegung eingebunden, inhaltlich und personell stark mit dem Pädagogischen  Institut der Stadt Wien verknüpft.

Foto: unbekannt
Archiv der Universität Wien, Signatur: AT-UAW, 106.I.402

Plakat des Reichsverbands Sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen zur Nationalratswahl 1920

WBR, P-226385

Hans Hahn, „Lehr- und Lernfreiheit an den Hochschulen“
Als Vertreter der Vereinigung sozialistischer Hochschullehrer spricht sich Hahn unter anderem für die Abschaffung von Studiengebühren aus, gegen die Trennung von Wissenschaft und Berufsausbildung und für eine verbesserte pädagogische Ausbildung beim Lehramtsstudium.

Aus: Der Kampf, Jg. 17, Nr. 5 (Mai 1924)
WBR, B-51015

Otto Glöckel, „Das Tor der Zukunft“, Wien, Selbstverlag 1916
Glöckel war als (kurzzeitiger) Unterstaatssekretär für Unterricht und von 1922 bis Februar 1934 als geschäftsführender Präsident des Wiener Stadtschulrates ein wesentlicher Proponent der Schulreformbewegung.

WBR, A-151459

Hörsaal des Pädagogischen Instituts  in der Burggasse 14–16, 1962
1926 übersiedelte das Pädagogische Institut der Stadt Wien in die Burggasse im 7. Bezirk, wo größere Hörsäle und modernere Einrichtungen zur Verfügung standen.

Foto: Franz Palka
Wiener Stadt- und Landesarchiv, 3.3.4.FC.70000/5035

Ankündigung eines Vortrags von Otto Neurath am Pädagogischen Institut
Der Hörsaal des Pädagogischen Instituts in der Burggasse 14–16 wurde vom Verein Ernst Mach häufig für Vorträge genutzt.

Aus: Arbeiter-Zeitung, 2.2.1930
WBR, F-24603
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